«Die Aufmerksamkeitsspanne beim Menschen beträgt nur noch acht Sekunden – bei Goldfischen sind es immerhin neun.»
Wenn in der Wirtschafts- und Arbeitswelt die Komplexität zunimmt, ist es zunehmend wichtig, die Produktivität nicht durch Ablenkung, Unterbrechung und unnötigem Ballast zu behindern. Und weil ein Grossteil unserer Wirtschaftsleistung durch Wissensarbeit erbracht wird, wäre fokussiertes, konzentriertes Arbeiten vorteilhaft. Doch genau das ist in vielen Organisationen kaum mehr möglich. Und zwar nicht, weil die Mitarbeiter:innen ungenügende Konzentrationskompetenzen mitbringen, sondern weil es in den Organisationen zu viel Bullshit Work gibt.
Bullshit Work ist kein neuer Trend, lediglich das Ausmass nimmt stark zu. Als Bullshit Work bezeichnet die Autorin Produktivitätskiller wie das Versenden und Lesen von unzähligen E-Mails, die Teilnahme an irrelevanten oder ergebnislosen Besprechungen und weiteren Tätigkeiten, die Arbeit zwar vortäuschen, aber gar keinen Mehrwert schaffen. Sie entstehen durch Bürokratie, Kontrollbedürfnisse, ungenügender Arbeitsorganisation oder als Folge von schlechter Führung. Bullshirt Work ist das Ergebnis von nicht fokussierter Unternehmensführung und Arbeitsaktionismus. Und am Schluss wird die Ursache beim Individuum verortet.
Vera Starker beschreibt und belegt anhand verschiedener Forschungsergebnisse, dass der Umgang mit Fokus und Konzentration bei der Arbeit nicht primär eine individuelle Frage, sondern eine Aufgabe der Organisationsgestaltung und der Unternehmensstrategie ist. Sie zeigt auf, dass ungestörtes Arbeiten ein Kernthema der Wertschöpfung ist und räumt mit Produktivitäts-Mythen auf. Ebenso macht sie erfrischend auf den Unterschied zwischen beschäftigt sein (Aktivität) und produktiv sein aufmerksam.
Ein fokussiertes Unternehmen ist fähig, die Verhältnisse so zu setzen, dass die Organisationsmitglieder fokussiert und konzentriert arbeiten können. Aus der Sicht von Vera Starker reduziert eine Organisation damit Bullshit Work. Das bedeutet auch, Aktivität nicht mit Produktivität zu verwechseln. Denn noch immer geniessen vielbeschäftigte Menschen mit einem grossen Anteil an Bullshit Work eine höhere Anerkennung als Personen, die hochkonzentriert ihre (Denk-)Arbeit erledigen.
Fokussierte Organisationen erhöhen das Wirksamkeitserleben der Mitglieder, die generelle Produktivität und die Effektivität in Bezug zur Zukunftsfähigkeit der Organisation. Die Autorin beschreibt im Buch anhand von Beispielen fünf Handlungsfelder mit starker Hebelwirkung:
Einige Aussagen, die uns geblieben sind:
Wir können das Buch aufgrund der kernigen Zitate, der zugänglichen Sprache und des fundierten Einbezugs von Forschungsergebnissen sehr empfehlen! Besonders Personen, die sich mit Teamführung, Organisationsgestaltung, Organisationsleistung, neuen Arbeitsformen und der Zukunftsfähigkeit von Organisationen auseinandersetzen, sei es wärmstens empfohlen.
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