Kürzlich erhielten wir die Gelegenheit, uns mit dem Begriff Könnertum auseinanderzusetzen. Wir verwenden diesen Begriff gerne, weil er bei den meisten Personen etwas auslöst. Könnertum wirkt breiter/weicher als beispielsweise Experte/Expertin oder Spezialist:in. Was es mit dem Könnertum auf sich hat, darüber berichtet dieser Blogbeitrag.
Könnertum entsteht aus Wissen, Kompetenz und Erfahrung. Es ist «meisterhaftes Können». Was etwas ältlich klingt, erfährt in unserer oberflächlichen Zeit eine neue Bedeutung. Denn Könnertum ist die Voraussetzung, neue, bisher unbekannte Probleme zu lösen. Diese urmenschliche Eigenschaft wird aufgrund der zunehmenden Komplexität in der Arbeits- und Wirtschaftswelt immer wichtiger. Könnertum fängt dort an, wo künstliche Intelligenz aufhört.
Könnertum ist mehr als reines Können. Könnertum steht für eine Haltung zum Tun – es geht um Sorgfalt, Erfahrung, Tiefe und Verantwortungsbewusstsein. Könnertum ist kein blosses Beherrschen einer Technik oder das erfolgreiche Ausführen einer Aufgabe. Es ist vielmehr das Resultat jahrelanger Erfahrung, innerer Haltung und kontinuierlicher Reflexion. Ein Könner oder eine Könnerin hat nicht nur gelernt, wie etwas funktioniert – er/sie versteht, warum es so funktioniert, wann es nicht funktioniert und wie es besser gemacht werden kann.
Könnertum kann man nicht «lernen» (an der Schule, in einem Kurs, von YouTube…). Es entwickelt sich im Laufe der Zeit – durch Praxis, Fehler, Zweifel, Austausch und Wiederholung. Es braucht eine gute Ausbildung, Räume zum Wachsen, Vertrauen, Zeit und Reflexion (mit anderen). Könnertum lebt vom grossen Interesse an der Sache, von fortwährender Neugier und dem Willen, besser zu werden. Aber auch von Demut und dem Wissen, nicht alles zu wissen.
Könnertum entwickelt sich weiter. Vielleicht in die Tiefe, vielleicht in die Breite. Es gibt immer wieder neue Aspekte zu entdecken. Könnertum hört nie auf.
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