15.10.2026

Organisationsentwicklung ganz konkret

Die Verbindung von konkretem Handeln und anschliessender Reflexion bringt nützliche Erkenntnisse.

Organisationsentwicklung

Bei der Organisationsentwicklung geht es darum, dass eine Organisation durch die Kombination aus Tun und der Reflexion darüber ihren Weg findet.

Eine Organisation mit mehr als 100 Mitarbeiter:innen bat uns um Unterstützung, weil sie festgestellt hat, dass ihre Organisationsgestaltung mit ihren Strukturen, Abläufen, Entscheidungswegen, Informationskanälen und vielem mehr nicht mehr so reibungslos funktioniert wie früher. Der Geschäftsleitung war klar, dass es nicht darum geht, die Personen in der Organisation fitter für die neue Arbeitswelt zu machen. Sondern dass sich die Organisation mit Arbeit am System so entwickeln soll, damit sie den heutigen und künftigen Anforderungen genügt und die Mitarbeiter:innen ihre Ressourcen möglichst wirkungsvoll einsetzen können. Mit diesem Anliegen befinden wir uns im Feld der Organisationsentwicklung.

Organisationsentwicklung ist keine exakte Wissenschaft

Im Verlauf dieses Mandats wurde deutlich, dass das Verständnis über Organisationsentwicklung sehr unterschiedlich war. Das hat uns veranlasst, unser Verständnis von Organisationsentwicklung beziehungsweise das Prinzip von Organisationsentwicklung darzulegen. Organisationsentwicklung ist keine exakte Wissenschaft und es gibt keine Garantien für (gewünschte) Ergebnisse. Organisationen sind keine Maschinen und darum sind «Wenn…, dann...»-Vorgehen nicht möglich. Im Wesentlichen besteht Organisationsentwicklung aus Nachdenken, Austausch, Schaffen eines gemeinsamen Verständnisses, Ausprobieren, Reflektieren, Schlussfolgerungen ziehen, Anpassungen vornehmen, wieder ausprobieren, wieder reflektieren und so weiter. In all dem steckt viel Lernen drin.

An konkreten Themen arbeiten, um zu reflektieren

Idealerweise passiert dies nicht abstrakt und theoretisch (auch wenn es nach Kurt Lewin nicht Praktischeres gibt als eine gute Theorie), sondern an konkreten, für die Organisation relevanten Themen. Das können Anpassungen bei Strukturen, Abläufen, (ungünstigen) organisationalen Mustern oder Entscheidungswegen sein. Es hat sich in unserer Arbeit sehr bewährt, dass sich (möglichst diverse, abteilungsübergreifende) Arbeitsgruppen bilden, die an solchen konkreten Themen arbeiten. Bei dieser Arbeit geht es nicht nur um wirkungsvolle Ergebnisse, um die Organisation «besser» zu gestalten. Gleichzeitig lässt sich auch sehr praktisch beobachten, wie sich eine Organisation mit all ihrem Tun, Fühlen und Wirken zeigt. Diese Muster zu erkennen, zu benennen und zu reflektieren hat ein enormes Potential für die Organisationsentwicklung.

Theoretische Überlegungen haben wenig Wirkung

Dieses (duale) Vorgehen ist in vielen Organisationen noch wenig bekannt. Viele Organisationen sehen in erster Linie den Weg «Problem → Lösung». Wenn es um das Nachdenken auf einer Metaebene geht, geschieht dies häufig theoretisch-abstrakt (und läuft oft in die Erarbeitung von Werten oder Zusammenarbeitsgrundsätzen hinaus, die dann relativ wirkungslos bleiben, weil sie eben aus zu theoretischen Überlegungen entstanden sind oder in den Schubladen als Papiertiger verschwinden).

Konkretes Tun und die Reflexion darüber erzeugt Wirkung

Die Verbindung von konkretem Tun und der anschliessenden Reflexion darüber ist sehr viel wirkungsvoller. Einerseits weil es um konkrete, praktische Massnahmen geht, die der Organisation im Idealfall einen Nutzen bringen (und im «schlechtesten» Fall zumindest Erkenntnisse über angedachte Lösungsansätze und Vorgehensweisen.) Und weil andererseits (wenn sich die Organisation der Metaebene annimmt) viele Erkenntnisse über die Wirkungsweisen in der Organisation und der Zusammenarbeit möglich sind. Ein gemeinschaftliches Verständnis darüber erhöht das Lernfeld enorm und lässt ganz neue, tiefe Entwicklungsschritte zu.

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