Auf den sozialen Medien gibt es dieses Jahr einen Begriff, der sehr präsent ist: «Vertrauen». In unserer Beobachtung wird der Begriff zwar Mantra mässig wiederholt, aber nur wenige nehmen sich die Zeit, sich damit wirklich auseinanderzusetzen. Dabei hat bereits Niklas Luhmann, ein bekannter Soziologe, gesagt, dass «Vertrauen die einzige Möglichkeit im Umgang mit Komplexität ist.» Und die Arbeitswelt ist gerade sehr gefordert im Umgang mit Komplexität.
Führung hat die Aufgabe, Voraussetzungen zu schaffen, damit sich durch kluge Rahmenbedingungen Vertrauen bilden kann. In mehreren Aufträgen ging es in diesem Jahr darum, das Thema Vertrauen und die verschiedenen Aspekte darin zu thematisieren. Häufig auch auf Team- oder Führungsgruppenebenen. Für eine förderliche Zusammenarbeit ist der Aufbau von gegenseitigem Vertrauen unabdingbar.
Vertrauen kann weder befohlen noch eingefordert werden. Vertrauen muss sich bilden. Denn Vertrauen ist das Ergebnis eines Prozesses. Und dieser Prozess ist sogar oft von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Das hat auch mit der individuellen Wahrnehmung und Interpretation der Situation zu tun.
Wenn sich ein Team mit dem Begriff Vertrauen auseinandersetzt ist es relevant, verschiedene Felder von Vertrauen zu unterscheiden. Es gibt:
Wenn sich ein Team überlegt hat, welche Handlungen dazu beitragen, dass Vertrauen in den jeweiligen Feldern auf- oder abgebaut wird, ist es einfacher, Vereinbarungen zu treffen, die unterstützen, damit Vertrauen wachsen kann.
Dazu gehört auch, regelmässig zu reflektieren, wie es dem Team gelungen ist, die Vereinbarungen einzuhalten, was dabei gehindert hat und was förderlich war. Wenn in dieser Reflexion offen gesprochen werden soll braucht es… bereits ein gewisses Mass an Vertrauen. Der offene Austausch wiederum kann das Vertrauen zusätzlich stärken – ein sich selbstverstärkender Prozess kommt in Gang.
Wo haben Sie vertrauensförderndes und wo vertrauenshemmendes Verhalten erlebt?
Kommentare (2)
Es inspiriert mich das Thema in unser noch relativ neues Team einzubringen. Und mir ist jetzt auch klarer aus welchem Grund ich dieses Jahr phasenweise viel Energie aufbringen musste um meine Zuversicht aufrecht zu erhalten.
Vielen Dank für die Rückmeldung. Es freut uns sehr, wenn unsere Blogbeiträge inspirieren und Klarheit schaffen.
Ich wünsche einen guten Jahresschluss, erholsame Tage zwischen den Jahren und dann einen fulminanten und zuversichtlichen Start ins neue Jahr!
Herzliche Grüsse,
Beat Kunz