Das Management Team eines internationalen Konzerns findet sich nach einer organisationalen Veränderung neu zusammengesetzt. Die Team Mitglieder kennen sich zum Teil schon lange, aber die aktuelle Konstellation und Zusammenarbeit ist für alle neu. So geht es einerseits darum, die eigene Rolle zu finden und mit den anderen abzustimmen, aber auch darum, den Bereich zukunftsfähig zu gestalten. Wie auch bei anderen Organisationen ist auch hier die Lage alles andere als sicher und planbar.
In verschiedenen Workshops hat sich das Team mit Pain Points auseinandergesetzt, die die Zukunftsfähigkeit behindern. Zuerst ging es darum, ein gemeinsames Verständnis dazu zu erhalten. Denn nicht alle Pain Points traten in allen Ecken des Bereichs gleichermassen und mit der gleichen Dringlichkeit auf. Danach suchten die Teammitglieder Möglichkeiten, um diese Pain Points abzubauen.
In kleinen Gruppen entwickelten sie Ideen/Ansätze, wie diesen Pain Points entgegengewirkt werden können. Viele der Massnahmen appellierten an das Verhalten der Mitarbeiter:innen (mit und ohne Führungsaufgaben). Bei der Diskussion dieser Massnahmen stellte sich rasch heraus, dass sie nur eine Wirkung entfalten, wenn die Mitarbeiter:innen den Appell aufgreifen und sich daran halten. Doch das ist alles andere als sicher und sehr aufwändig in der Umsetzungskontrolle.
Viel wirkungsvoller ist es, die Verhältnisse so zu gestalten, dass das Verhalten die gewünschte Richtung einnimmt. Denn Verhalten folgt den Verhältnissen. Diese Erkenntnis hat denn auch in diesem Management Team einen regelrechten Aha-Moment ausgelöst. Nachfolgend entwickelte Massnahmen und Ideen zielten dann auch verstärkt auf die Veränderung der Strukturen ab. Das hat einen grösseren Hebel. Die Gestaltung der Verhältnisse (=Organisationsentwicklung) ist aus unserer Sicht eine wichtige und oft unterschätzte Aufgabe der Organisationsführung.
Kommentare (2)
Vielen Dank für deinen Kommentar.
Das Thema Verhältnisse schaffen geht in unserem Verständnis über den strukturellen Aufbau einer Organisation hinaus. Wir zählen unter anderen auch Führungsinstrumente (z.B. Zielvorgaben, Anreizsysteme (Boni) etc.), Methoden der Zusammenarbeit, Entscheidfindungsprozesse, Lernprozesse usw. dazu.