23.09.2026

Paradigmenwechsel

Wie Organisationen auf einen Paradigmenwechsel reagieren.

Paradigmenwechsel

Der Paradigmenwechsel ist ein grundlegender Wechsel von einem Denk- und Deutungsmodell zu einem anderen.

An der Sommertagung des OE-Forums sprach Zukunftsforscherin Martina Kühne in ihrer Keynote über Paradigmenwechsel. Dieser Blogbeitrag geht darauf ein, was wir als Essenz daraus mitgenommen haben.

Paradigma und Paradigmenwechsel

Auch wenn der Begriff Paradigmenwechsel in letzter Zeit häufig Verwendung findet ist es dennoch nützlich, sich mit dessen Bedeutung auseinanderzusetzen. Gemäss Thomas Samuel Kuhn, einem amerikanischen Wissenschaftstheoretiker, ist ein Paradigma ein «gemeinsames Denk- und Deutungsmodell». Es bestimmt, wie wir die Welt verstehen. Es stellt nicht eine individuelle, persönliche Sicht dar, sondern ist in einer Gesellschaft tief verankert. In anderen Gesellschaften kann es anders lauten. Der Paradigmenwechsel ist somit ein grundlegender Wechsel von einem Denk- und Deutungsmodell zu einem anderen.

Ablauf eines Paradigmenwechsels

Ein Paradigmenwechsel ist erst im Nachhinein als solchen zu erkennen, nachdem diese vier Phasen abgeschlossen sind:

  1. Es verändert sich etwas, das wir bisher gar nicht hinterfragt haben.
  2. Es verändern sich Regeln, Berufe, Geschäftsmodelle oder Machtverhältnisse.
  3. Es entstehen neue Begriffe oder alte Begriffe bekommen eine neue Bedeutung.
  4. Die Veränderung bleibt bestehen, nachdem Hype und Aufmerksamkeit verschwunden sind.

Aktuelle Beispiele gibt es zu allen vier Phasen:

  • Änderungen in den Wirtschaftsformen (Kreislaufwirtschaft statt Kapitalismus, Sharing Economy, Ende des (Wirtschafts)Wachstums etc.)
  • Geschlechterrollen in der Gesellschaft
  • Künstliche Intelligenz
  • Soziale Medien

Wie Organisationen darauf reagieren

Organisationen reagieren unterschiedlich auf Paradigmenwechsel. Martina Kühne unterteilt sie in drei Typen:

  • Titanic: diese Organisation ignoriert die Neuerung. Ihr Motto: «Warten wir mal ab.»
  • Chamäleon: diese Organisation imitiert das Neue. Sie übernimmt zwar die neuen Begriffe, hält jedoch am bestehenden Vorgehen fest.
  • Elefant auf Rollschuhen: diese Organisation nimmt die Neuerung auf und integriert sie. Dabei hält sie Widersprüche, die sich zum bisherigen Vorgehen ergeben, aus.

Sollte es tatsächlich zu einem Paradigmenwechsel kommen, ist nur der «Elefant auf Rollschuhen» zukunftsfähig. Organisationen tun also gut daran, sich frühzeitig mit Neuerungen auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, wie sie diese Neuerungen aufnehmen können. Und sich gleichzeitig damit befassen, wie sie mit den Widersprüchen umgehen wollen.

Welchem Typ würden Sie Ihre Organisation zuordnen? Woran ist das zu erkennen?

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