31.05.2016, Interkulturelle Entwicklung

Einblicke aus Japan

Eine Wahrnehmungserfahrung im Land der aufgehenden Sonne, Teil 3

Es ist mir ein Anliegen, mich als Beraterin und Coach immer weiter zu entwickeln. Für meine persönliche interkulturelle Entwicklung verbinde ich gerne meine Reiselust und meine Ferien. Dieses Jahr verbrachte ich den Monat Mai in Japan mit dem Ziel, eine für mich fremde Kultur zu entdecken.

In diesem Blogbeitrag berichte ich von einem Essenserlebnis in Japan und verbinde damit die theoretischen Ausführungen zum Thema Wahrnehmung vom Blogbeitrag März und April.

Japanisches Essen und meine Wahrnehmung

Das Essen in Japan bietet sich an, um mehr über sich und seine Wahrnehmung zu erfahren. Falls Sie Lust auf ein Experiment haben: japanisches Essen ist immer sehr frisch zubereitet und unglaublich lecker!

Zur Ausgangslage: die Speisekarte im Restaurant ist ausschliesslich auf Japanisch verfasst. Es gibt keine Übersetzung, keine Fotos und das Servicepersonal kann mangels Englischkenntnissen auch nicht weiterhelfen. So bestelle ich ohne zu wissen, was serviert wird. Dadurch kann ich, beobachten, was ich wahrnehme und interpretiere.

Bevor ich überhaupt etwas vor mir auf dem Teller habe, stelle ich fest, dass ich ein wenig nervös bin. Was erwartet mich? Was werde ich wohl bekommen? Bereits schiessen Horrorvorstellungen von für mich ungeniessbaren Speisen durch meinen Kopf.

Dann endlich wird mein Teller oder besser gesagt mein Tablett serviert. Sofort versuche ich, mit meinen Augen die Speisen zu scannen und Vergleiche anzustellen. Ich bin etwas konsterniert, da ich nichts wiedererkennen kann. Ich bin weder enttäuscht noch in freudiger Erwartung. Also fange ich an, meine Schälchen zu untersuchen – was ist wohl was?

Auf dem Bild sehen Sie mein Mittagsmenu. Als ich das Tellerchen rechts aussen sehe vermute ich aufgrund meines Abgleichs mit bereits gemachten Erfahrungen: Das ist sicher etwas Süsses! Es stellt sich dann als sehr leckeren „Fischpudding“ heraus. Oder die Glasschale in der Mitte: die grünen „Fäden“ deute ich als Algen. Durch probieren stelle ich fest, dass es Gemüse ist. Oder die schwimmende, geléeartige Masse in der Flüssigkeit: darauf reagiere ich am Anfang sehr ablehnend. Diese Konsistenz ist bei mir eher unappetitlich geprägt. Völlig zu Unrecht!

Was ist hier geschehen? Ich versuchte anhand von mir Bekanntem meine vor mir liegenden Sachen einzuordnen. Diese Interpretation war oft falsch. Einfach darum, weil mein Erfahrungsschatz begrenzt und immer geprägt ist. Durch Ausprobieren erweiterte ich meine Erfahrungen und lernte dadurch neue Gewürze, Geschmäcke, Nahrungsmittel und Konsistenten kennen. Das war eine spannende Erfahrung. Sie zeigt, dass es noch viel zu entdecken gibt, wenn ich über den eigenen Tellerrand hinausschaue.

Falls Sie mehr über Japan und meine Erlebnisse dort erfahren möchten, bin ich immer für einen Austausch zu haben. Sehr gerne lade ich Sie auf einen Kaffee (oder Matcha) in meine Büroräumlichkeiten ein und beantworte Ihre Fragen.

Autorin

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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