04.03.2020

Prinzipien statt Regeln

Warum Prinzipien Regeln überlegen sind.

Prinzipien

Prinzipien geben Orientierung.

«Ich mache das aus Prinzip.» Diese Aussage widerspiegelt eine Haltung. Prinzipien zeigen unsere Grundsätze oder Überzeugungen. Und etwas aus Überzeugung zu tun (oder nicht zu tun), ist löblich (sofern die Konsequenz mithält). Und bietet Orientierung. Prinzipien nützen auch in Organisationen, Werte zu vermitteln und bieten Hilfe bei Entscheidungen. Zusätzlich sind Prinzipien wirksamer im Umgang mit Veränderung. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Prinzip und Regel? Und warum sind Prinzipien in Organisationen wirkungsvoller? Davon handelt dieser Blogbeitrag.

Regeln

Regeln teilen uns mit, was wir genau zu tun oder eben zu lassen haben. Regeln werden in Regelwerken niedergeschrieben und beschreiben Situationen, die wir uns vorstellen können. Zum Beispiel: ab welcher Hierarchiestufe darf jemand auf welche Information Zugriff haben. Und weil auch viele Regeln doch nicht jeden Fall abdecken können, gibt es immer wieder eine Situation, die nicht geregelt ist. Wenn dies erkannt wird, wird sofort eine neue, ergänzende Regel zugefügt. Dies führt zu einem enormen administrativen Aufwand. Denn schliesslich muss auch kontrolliert werden, dass die Regeln eingehalten werden. Zusätzlich fördern Regeln normiertes Verhalten und verhindern selbständiges Denken. Die Regeln nehmen sozusagen das Denken ab. Das führt zu einer Kultur des Befolgens und des Absicherns. Ursprünglich wurden in Organisationen Regeln in guter Absicht eingeführt. Einerseits, um herrschaftlicher Willkür vorzubeugen und andererseits, um Menschen das Gefühl von Sicherheit und Gerechtigkeit zu geben.

Prinzipien

Ein Prinzip ist ein Grundsatz, in dem mein Handeln und Verhalten zugrunde liegt. Ein Prinzip verlangt Interpretation, um genutzt zu werden und bedingt die Kontextbetrachtung zur jeweiligen Situation, um für sich daraus kluges Handeln abzuleiten. Als Beispiel können wir das Prinzip von Google nehmen: «Don't do evil» (Tu nichts Böses). Ein sehr starkes Prinzip, an dem ich mich sehr gut orientieren kann und das mich bei meinen Entscheidungen leitet. Oder ein Prinzip aus Scrum: «Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.» Prinzipien sind sehr schlank, geben Orientierung und sind eben auch bei Veränderungen und Überraschungen anwendbar. Prinzipien geben Leitlinien – der intelligent denkende, situativ handelnde Mensch bedient sich ihrer. Entscheidungen werden dadurch individuell und je nach Situation oder Kontext unterschiedlich getroffen. Natürlich braucht es in Organisationen auch den Dialog über Prinzipien. Genau diese Kommunikation erweitert das Wissen und fördert das unternehmerische Denken und Handeln. Alles Punkte, die wir in der zunehmend komplexen Arbeitswelt gut gebrauchen können.

12 Prinzipien des BetaCodex

Organisationen sind im Moment noch mehrheitlich regel- und prozessgesteuert. Ein alternatives Organisationsmodell bietet der BetaCodex. Er setzt auf zwölf Prinzipien. Sie verhelfen der Organisation, zukunftsfähig und komplexitätsrobust zu bleiben. Hier erfahren sie mehr über den BetaCodex: https://www.crearium.ch/methoden/betacodex/

Autor

Beat Kunz

Beat Kunz ist Organisations- und Kommunikationsberater. Im Blog berichtet er aus seiner vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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