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26.09.2018, Interkulturelle Entwicklung

Haus der Veränderung

Wie diese Methode ein interkulturelles Team im Wandel unterstützt.

Haus der Veränderung

Das Haus der Veränderung ist eine einfache Methode, um den Ablauf von Veränderungsprozessen zu verstehen.

Eine Führungskraft übernimmt nach einer Reorganisation ein interkulturelles IT-Team. Die Teammitglieder sind an verschiedenen Standorten stationiert. Durch die Reorganisation änderten sich die Teamzusammensetzung und die Aufgaben der einzelnen Personen. Ebenso verschob sich die Rolle der Teammitglieder und der Abteilung: sie waren nicht mehr für alles in einer Region zuständig, sondern neu für ein Thema im ganzen Land. Nebst all diesen inhaltlichen Veränderungen gab es personelle Wechsel in der Führung. Also einige Veränderungen, die das Team zu bewältigen hat. Darum organisierte die Teamleitung einen Change Workshop. Für diesen Auftrag wählte ich die Methode «Haus der Veränderung». Was macht sie in diesem Fall besonders hilfreich?

Das Haus der Veränderung ist leicht verständlich

Bereits wer das Bild sieht, erfasst das Modell intuitiv. Es braucht wenig Erklärungen, um das Prinzip zu verstehen. Gerade bei mehrsprachigen Teams ist es hilfreich, wenn der Fokus nicht auf langen Erklärungen und Übersetzungen liegt. Das Modell spricht Menschen mit akademischen wie auch mit handwerklichem Hintergrund an und eignet sich hervorragend für die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Das Haus der Veränderung ist ein Mittel der Kommunikation

Das Haus hat verschiedene Zimmer und alle Räume gehören zum Ablauf. Keiner ist besser, schlechter oder kann ausgelassen werden. Entwicklung kann nur stattfinden, wenn der Raum der Ablehnung und der Raum der Verwirrung durchlaufen wird. Auch im Workshop mit dem interkulturellen IT-Team erlebte ich, dass es für die Teilnehmenden eine Erleichterung war, wenn sie ihre Gefühle im Hinblick auf die Veränderung ansprechen konnten und durften. Das «Haus der Veränderung» bietet eine Übersicht zu den verschiedenen Phasen eines Changes und gleichzeitig eine einfache Formulierung dazu. Das fördert den Dialog über die eher unangenehmen Gefühle und darüber, was in einem Change mit Menschen passiert. Die Leichtigkeit dieses Modells hilft auch, ernste Themen wie den Keller oder das Verlassen des Hauses zu thematisieren. Der Austausch innerhalb des Teams über Vorlieben und Abneigungen in den jeweiligen Räumen unterstützte das Verständnis untereinander und zeigte neue Perspektiven auf. In diesem Workshop zum Beispiel äusserte sich der CTO zu seinen Lieblingsorten «Raum der Ablehnung» und «Raum der Verwirrung». Daraus entstand ein sehr fruchtbarer Dialog.

Das Haus der Veränderung ist ein Mittel der Selbststeuerung

Nebst der eigenen Standortbestimmung kann ich diese Methode auch als persönliches Lerntool benützen. Ich selber kann mein Handeln und meinen Aufenthalt in diesem Haus massgeblich mitgestalten. Wer sich bereits mit dem eigenen Verhalten in Veränderungssituationen auseinandergesetzt hat, weiss, was er braucht, um von einem Raum in den nächsten zu gelangen. Auch an diesem Workshop tauschten wir uns über Tools, Tricks und Methoden für die eigene Selbststeuerung aus. Die Teammitglieder lernten sich gleichzeitig besser kennen und haben Tipps voneinander übernommen.

Das Haus der Veränderung ist ein Mittel zur Führung

Wenn sich viele Mitglieder eines Teams zur selben Zeit im gleichen Raum befinden, dann spürt das die Führung. Besonders, wenn es sich um die Räume «Ablehnung» und «Verwirrung» handelt. Dieses Modell eignet sich deshalb auch gut für die Analyse in der Führung. Wo befinden sich meine Teammitglieder? Wer braucht welche Unterstützung und wie kann ich als Führungskraft dabei unterstützen? Ein weiterer Vorteil ist der Abgleich des Fremd- und Eigenbilds. Oft ist den jeweiligen Personen der Aufenthalt oder sogar das Verharren in den Räumen nicht bewusst. Auch an diesem Workshop haben wir das immer wieder reflektiert. Anhand dieser Reflektion konnte ein Fremd-und Eigenbildabgleich stattfinden.

Am Ende des Workshops war bei allen Teilnehmern eine echte Erleichterung spürbar. Der Tag war zwar intensiv, aber die gewonnenen Erkenntnisse und die gefundene gemeinsame Sprache waren für alle ein grosser Gewinn. Gerade wenn die Mitarbeiter wieder in den einzelnen Standorten unterwegs sind, hilft dieses Sprachfundament als Verbindung. Das Team war sich durch den Austausch insgesamt näher gekommen. Alle nahmen Aufgaben und Instrumente mit, mit denen sie den eigenen Wandel aktiv fördern und das Team im Change unterstützen können.

Autor

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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