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03.10.2018, Entwicklung von Individuen

Die Auseinandersetzung mit seinen beruflichen Rollen

Eine Führungskraft nutzt die Selbstreflexion als Steuerungsfunktion.

Die eigene Rolle reflektieren

Wer sich seiner Rolle bewusst ist, kann klarer kommunizieren, was wiederum die Zusammenarbeit verbessert.

Ein neuer Job ist etwas aufregendes. Alles ist neu und das Unbekannte bietet Verheissungsvolles, unter anderem auch eine steile Lernkurve. Aber natürlich begleitet uns auch Unsicherheit und die Frage: «Kommt das gut?». Eine Jobfunktion beinhaltet ja oft mehrere Rollen und manchmal fügen sich neue, unbekannte Rollen in meinen Entwicklungspfad. Dann macht es Sinn, einen Moment innezuhalten und die verschiedenen Rollen zu reflektieren. Genau das hat eine junge Führungskraft gemacht. Ihr Anliegen war es, die verschiedenen Rollen in einem Coaching zu beleuchten.

Klarheit über Rollenvielfalt erlangen

Eine Rolle beschreibt ein Verhalten, das in bestimmten sozialen Situationen zu zeigen ist. Rollen beschreiben Verhaltenserwartungen anderer Personen und von mir selber an einen selbst. In einem ersten Schritt ging es darum, die Rollen zu benennen und die jeweiligen Aufgaben zuzuordnen. Als Mitarbeiterin zum Bespiel habe ich andere Aufgaben als in der Rolle als Führungskraft. Ausserdem haben wir im Coaching versucht, mit einem Perspektivenwechsel die Rollen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Welche Erwartungen habe ich selber an diese Rolle? Welche Erwartungen haben meine Mitarbeitenden? Welche meine Vorgesetzten? Im Austausch können Fremd- und Eigenbilder abgeglichen werden. Häufig setzen sich neue Führungskräfte mit den eigenen Erwartungen selber am meisten unter Druck. Der Wunsch, gerade am Anfang alles richtig zu machen, ist gross.

Der persönliche Umgang mit den Rollen

Geprägt durch unsere Sozialisierung und unsere Persönlichkeit fällt uns eine Rolle leichter oder eben schwerer. Die eigenen Schwächen und Stärken zu kennen hilft beim bewussten Umgang mit den Rollen. In einem nächsten Schritt haben wir darum aus den momentan wahrgenommenen Schwächen Entwicklungsziele formuliert. Ein Beispiel: «In der Rolle Führungskraft darf ich noch mehr delegieren». Ebenso haben wir aus den Stärken Sätze abgeleitet: «In der Rolle Mitarbeiterin kann ich auf mein Fachwissen vertrauen». Formulierte Entwicklungsziele helfen, das Handeln daran auszurichten und Verbindlichkeit über das eigene Lernen zu schaffen.

Den Rollenwechsel für sich gestalten, um Klarheit nach aussen zu schaffen

Bei Rollen, die sich in der Hierarchie unterscheiden, braucht es eine grosse Klarheit, in welcher Rolle ich momentan bin und agiere. Gerade im Gesundheits- und Sozialbereich sind die Rollen oft mehrstufig. Das kann schnell zu Unklarheiten in der Zusammenarbeit führen. Es macht einen Unterschied, ob ich an einem Patientenbett als Mitarbeiter, als Führungskraft oder als stellvertretende Stationsleiterin kommuniziere. Im Coaching haben wir darum verschiedene Methoden zur Unterscheidung der Rollen evaluiert. Eine simple, aber sehr wirksame Methode ist die der Selbstdeklaration. Zum Beispiel in einer Teamsitzung: «Heute informiere ich euch in meiner Rolle als stellvertretende Stationsleiterin.»

Was bringt eine solche Reflexion?

In erster Linie fördert diese Reflexion das Selbstbewusstsein und gibt Selbstvertrauen für das Handeln und Wirken. Wer sich seiner Rolle bewusst ist, kann klarer kommunizieren. Für Menschen, die mich umgeben, bin ich somit fassbarer und einfacher einzuschätzen – und das unterstützt die Zusammenarbeit.

Und meine Kundin? Nach unserem Gespräch war sie sich ihrer verschiedenen Rollen bewusster. Sie konnte die Erwartungen ihrer Umgebung klarer einschätzen und entsprechend handeln. Für ihre Entwicklungsziele drücke ich ihr die Daumen.

Autor

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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