06.05.2020

Der Transparenz auf der Spur

Transparenz gibt es auf organisationaler und auf persönlicher Ebene.

Transparenz

Transparenz bewirkt viel – in Organisationen wie auch bei Einzelpersonen.

In den letzten Wochen diskutierten wir in zwei ganz unterschiedlichen Situationen über das Thema Transparenz. Wir nehmen deshalb das Thema auf, um in diesem Blogbeitrag darüber zu berichten.

Transparenz im Rahmen der Organisationsentwicklung

Vor kurzem durften wir an der Hochschule Luzern, Fachrichtung Technik und Architektur, in einem CAS zu strategischem Projektmanagement das Thema Organisationsentwicklung unterrichten. Es war uns eine grosse Freude und natürlich setzten wir uns an diesen Tagen auch mit neuen Führungsansätzen und neuen Organisationsmodellen auseinander. Unter anderem besprachen wir auch das Thema Transparenz. Als Beispiel, wie eine Organisation mit Transparenz umgehen könnte, zeigten wir den Studierenden einen Ausschnitt aus dem Film «Musterbrecher». Die Filmsequenz zeigt, wie eine Firma alle relevanten Informationen und Zahlen transparent, also für alle Mitarbeitenden zugänglich, macht. In der anschliessenden Gruppenaufgabe ging es darum, herauszufinden, welche Auswirkungen Transparenz in der eigenen Organisation hätte. Die Studierenden haben diese positiven Aspekte herausgearbeitet:

  • Alle haben den gleichen Informationsstand
  • Schnellere und direkte Kommunikation
  • Mitarbeitende verstehen die Auswirkungen ihrer Arbeit
  • Intrinsische Motivation wird erhöht
  • Bessere Einordnung der Organisation und der relevanten Themen
  • Bessere Einschätzung der Lage
  • Förderung des unternehmerischen Denkens

Bei diesen Punkten sehen die Studierenden gewisse Risiken:

  • Alle kennen heikle und geheime Informationen und können diese nach aussen weitergeben
  • Informationen können bei einem Stellenwechsel in die nächste Firma (Konkurrenz) getragen werden
  • Überforderung der Mitarbeitenden
  • Chaos vor lauter Informationen
  • Machtspiele
  • Langwierige Diskussionen
  • Informationen werden falsch interpretiert, Gerüchte können entstehen

In der anschliessenden Plenumsdiskussion stellten sich dann Fragen nach dem Menschenbild, den Gründen, warum Mitarbeitende Informationen nach aussen weitergeben und was jetzt in den Organisationen besser ist mit weniger Transparenz.

Die persönliche Transparenz

Der zweite Berührungspunkt mit Transparenz war der Buchklub. Der Buchklub ist mit dem Buch «Netzwerk schlägt Hierarchie» gestartet. Es beleuchtet unter anderem Führung beziehungsweise Selbstführung. In der Diskussion zum Buch hatten wir folgende Erkenntnisse:

  • Wissen zu teilen ist eine Form von Transparenz
  • Um einen Tipp oder Rat zu fragen, macht mich sichtbar
  • Etwas nicht zu wissen heisst nicht, sprachlos zu sein
  • Mein Nichtwissen in Worte zu fassen, erzeugt Transparenz
  • Auf der persönlichen Ebene heisst Transparenz, mir meinen Prinzipien klar zu sein/klar zu werden
  • Auf der persönlichen Ebene heisst Transparenz: ich bin als Mensch und Persönlichkeit transparent – ich zeige mich als ganzer Mensch und bin authentisch
  • Ich kenne meine Bedürfnisse und kann sie deklarieren

Ob organisationale oder persönliche Transparenz: wo stehen Sie gerade?

  • Wie gut gelingt es Ihnen, Ihr Wissen und Informationen in Gesprächen, Foren, Blogs, Posts oder Sitzungen zur Verfügung zu stellen?
  • Wie stark halten Sie Informationen und Ihr Wissen zurück?
  • Aus welchen Gründen stellen Sie Informationen und Ihr Wissen zur Verfügung oder halten es zurück?
  • Wie gut gelingt es Ihnen, transparent und für andere sichtbar um einen Tipp oder Rat zu fragen?
  • Wie gut ist es möglich, dass Sie sich in Ihrem Team, in Ihrer Abteilung oder Organisation authentisch zeigen?
  • Zu welchen Informationen haben Sie Zugang und zu welchen geben Sie Zugang?
  • Wie gut gelingt es Ihnen, aufgrund von dem, was Sie wissen, kluge Entscheidungen zu treffen?

Autor

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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