10.02.2021

Wir alle haben viele Rollen inne

Eine Auseinandersetzung mit sich selber hilft bei Fragen zur eigenen beruflichen Entwicklung.

Meine Rollen

Wir haben gleichzeitig viele verschiedene Rollen inne.

Bei Überlegungen zur eigenen Laufbahn steht die Frage «Was will ich?» ziemlich weit oben auf der Liste. Statt sich mit Positionen, Funktionen und Aufgaben auseinanderzusetzen ist es hilfreich, sich Gedanken über mögliche Rollen zu machen. Rollen sind uns an und für sich sehr vertraut, gerade im privaten Bereich: wir sind Partner/Partnerin, Freund/Freundin, Tochter/Sohn, Schwester/Bruder, Mutter/Vater usw. Dennoch tun wir uns schwer, unser Rollenportfolio in einem beruflichen Kontext zu beschreiben. Die Reflexion darüber kann wichtige Einsichten erzeugen. Wie zum Beispiel, was mir wichtig ist und wo ich meinen zukünftigen Beitrag sehe. Davon handelt dieser Blogbeitrag und regt zu einer Übung an.

Rollenreflexion hilft bei Fragen in der Laufbahnberatung

In der Laufbahnberatung werden Fragen geklärt wie:

  • Wer bin ich?
  • Was kann ich?
  • Wohin will ich?

Drei gewichtige Fragen, über die es sich immer wieder lohnt, nachzudenken. Denn wir selber und unsere Bedürfnisse verändern sich. Gerade die Fragen «Wer bin ich?» oder «Wer will ich sein?» können unser Denken ganz schön herausfordern. Um über sich selber Erkenntnisse zu erhalten, empfehle ich in der Laufbahnberatung jeweils die Auseinandersetzung mit den eigenen Rollen. Dazu verwende ich die Übung «Wer bin ich?».

Die Übung «Wer bin ich?»

Nehmen Sie maximal zehn unbeschriftete A4-Blätter und schreiben Sie auf jedes Blatt den Titel: «Wer bin ich?». Beim nächsten Schritt überlegen Sie sich die für Sie wichtigsten Rollen, die Sie innehaben – privat und beruflich. Schreiben Sie auf jedes Blatt einen Rollentitel. Zum Beispiel: «Wer bin ich - Ich bin Unternehmerin». Vielleicht müssen Sie bereits auswählen, denn nur die zehn wichtigsten Rollen passen auf die zehn Blätter. Vielleicht brauchen Sie aber auch gar nicht zehn Blätter. Als nächstes überlegen Sie zu jeder Rolle, was Sie daran reizt. Schreiben Sie diese Punkte als Liste auf das Blatt. Es gibt keine Einschränkung in der Anzahl der Wörter. Zum Beispiel:

  • Reiz des Neuen
  • Selbstverwirklichung
  • Gestaltungsmöglichkeiten

Anschliessend priorisieren Sie die Rollen. Welche ist die wichtigste Rolle für Sie und Ihre Identität im momentanen Lebensabschnitt? Welche ist am wenigsten wichtig?

Als letzten Schritt gehen Sie nochmals alle Blätter durch und achten sorgfältig darauf, ob es Begriffe gibt, die immer wieder auftauchen. Gibt es Mehrfachnennungen oder starke Gemeinsamkeiten? Falls ja, nehmen Sie ein neues Blatt, betiteln es mit «Gemeinsamkeiten» und notieren Sie die mehrfach genannten Begriffe. Mit dieser Sammlung kreisen Sie Dinge ein, die in Ihrem privaten Leben als auch im Arbeitsumfeld wichtig sind und die Ihnen Erfüllung geben. Je nach Begriffen erhalten Sie sogar ganz konkrete Hinweise, was Ihr Beitrag in der Arbeitswelt sein kann beziehungsweise, welche Rolle Sie bei der Arbeit einnehmen könnten.

Weitere Reflexionsfragen

Falls Sie weitere Anregung zu dieser Übung mögen, hier einige Denkanstösse:

  • Wie hat sich mein Rollenportfolio in der letzten Zeit verändert?
  • Welche Rollen haben an Bedeutung verloren?
  • Welche Rollen sind jetzt gerade wichtig und warum?
  • Welche Rollen sind mir schon lange bekannt?
  • Welche Rollen sind neu dazu gekommen? Warum?
  • Gibt es eine Rolle, die sich neu abzeichnet? Wenn ja, welche?
  • Welche anderen Rollen würden mir nahestehende Menschen auch noch geben?

Viel Spass und Erkenntnisgewinn!

Die Übung ist leicht abgewandelt und stammt aus dem Buch «Business Model You» von Tim Clark, Alexander Osterwalder und Yves Pigneur.

Autor

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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