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26.06.2019

Partizipative Lernformate oder Communities of Practice

Wie Lernen selbstorganisiert und interessensbasiert geht.

Partizipative Lernformate

Selbstgesteuertes Lernen ist effektiver als Lernen auf Vorrat.

Unsere Arbeits- und Wirtschaftswelt hat seit dem Ausgang des 20. Jahrhunderts enorm an Dynamik und Komplexität zugenommen. Dies ist ein wesentlicher Faktor, warum die Nachfrage nach Beratung stark zunimmt: um mich zurecht zu finden suche ich Unterstützung. Das spüren auch Kommunikationsberaterinnen und Kommunikationsberater. Sie realisieren, dass Kommunikationsberatung immer vielfältiger und anspruchsvoller wird. Deshalb bilden sie sich weiter, beispielsweise an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW im CAS Kommunikationsberatung. Der CAS Kommunikationsberatung führt Berufspraktikerinnen und -praktiker zur Reflexion ihrer Beratungstätigkeiten, zur Schärfung ihrer Kompetenzen und zur Verbesserung von Handlungsergebnissen. Dabei lernen sie auch neue Lernformate kennen. Zu diesem Thema durfte ich einen Tag im Rahmen dieses CAS gestalten.

Partizipative Lernformate

Mit der zunehmenden Dynamik und Unsicherheit ändert sich die Art des Lernens im Arbeitskontext grundlegend. Lernen orientiert sich zunehmend am individuellen spezifischen Bedarf der Mitarbeiter und deren Arbeitsaufgaben. Zeitnahe und individualisierte Lernformate machen es möglich, dass Mitarbeitende mit einem spezifischen Lernbedarf genau das lernen, was sie zu diesem Zeitpunkt benötigen. Dies entspricht dem modernen Ansatz des «Learning on demand» oder partizipativen Lernformen. Das partizipative Lernen und der stete Austausch mit anderen bieten zudem die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und somit gemeinsam eine Problemlösung sowie neue Inhalte zu generieren und zu produzieren. Grundlegend dafür sind bei allen Beteiligten Fähigkeiten des aktiven Zuhörens, offene Kommunikation durch gezieltes Nachfragen, aber auch das Ansprechen von Problemen und Unstimmigkeiten.

Fünf Lernformate

Es gibt eine Vielzahl von partizipativen Lernformen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden eingehen und dem Transfer in die Arbeitspraxis eine hohe Bedeutung zumessen. Hier eine Auswahl, die Organisationen erfolgreich einsetzen:

  • Mentoring beschreibt ein soziales Lernformat, bei dem es um die Weitergabe von Wissen und Erfahrungen von einer Person (Mentor) zu einer unerfahrenen Person (Mentee) geht. Der Mentor ist Förderer und Berater, der den Mentee über einen gewissen Zeitraum begleitet.
  • Lunch & Learn oder Brown Bag Meetings dienen vor allem der Inspiration, Vernetzung und dem inhaltlichen Austausch. Hierzu werden (mittags) kurze Veranstaltungen genutzt, in denen die Mitarbeitenden auf freiwilliger Basis in Kurzvorträgen über ihre Arbeit oder spezifische Themen sprechen. Im Anschluss erfolgt eine Diskussion mit den Zuhörenden.
  • Working Out Loud (WOL) ist eine andere Form sozialen Lernens und steht für eine transparente, offene Zusammenarbeit innerhalb eines Netzwerks. Dabei werden neben einem persönlichen Netzwerk auch moderne Kommunikationsmittel genutzt. WOL ist exemplarisch für Lernen in einer digitalen und agilen Arbeitswelt.
  • Supervision findet unter professioneller Leitung statt und ist ein Instrument zur Unterstützung und Beratung von Berufstätigen. Das Ziel von Supervision ist die Verbesserung der Arbeitssituation, der Arbeitsorganisation, der Arbeitsplatzatmosphäre und der aufgabenspezifischen Kompetenzen. Supervision befasst sich mit konkreten Fragestellungen aus dem Berufsalltag der Teilnehmenden.
  • Kollegiale Beratung (Intervision) hat keine externe, professionelle Leitung. Sie findet zwischen (gleichberechtigten) Fachpersonen statt, die ihre berufliche Arbeit reflektieren wollen. Intervision trägt wesentlich zur Qualitätssicherung bei. Die kollegiale Beratung erhöht die Professionalität, stärkt das persönliche Handeln, hilft bei der Gestaltung von Kontakten und Beziehungen zu anderen und unterstützt bei der Klärung der eigenen situativen Rolle.

Im Kobenet, dem Netzwerk für Beraterinnen und Berater der Kommunikationsbranche, praktizieren wir kollegiale Beratung. Kommunikationsberatende allen Alters, in unterschiedlichen Funktionen und aus allen Branchen sind herzlich willkommen. Weitere Informationen unter www.kobenet.ch.

Falls Sie mehr über partizipative Lernformate erfahren möchten oder eine Möglichkeit suchen, solche Formate in Ihrer Organisation einzusetzen, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns, mit Ihnen neue Formen der Beteiligung zu entwickeln.

Autor

Beat Kunz

Beat Kunz ist Organisations- und Kommunikationsberater. Im Blog berichtet er aus seiner vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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