15.05.2019

Gesagt ist nicht gehört – vom Senden und Empfangen

Botschaften senden ist gut. Sie empfangen auch.

Gesagt ist nicht gehört

Gesagt ist nicht gehört: nur wer nachfragt weiss, was das Gegenüber verstanden hat.

Wer häufig informieren muss, macht sich in der Regel Gedanken darüber, wie er oder sie etwas erzählen will. Eine einfache und wirkungsvolle Technik ist die «Finger-Technik». Sie geht davon aus, dass ein Text idealerweise aus drei bis fünf Hauptaussagen besteht. So weist er das höchste Mass an Verständlichkeit auf. Und das ist schlussendlich das, was ich erreichen will: Verständlichkeit.

Botschaften wecken bei jedem Menschen andere Assoziationen

Das Senden von Botschaften ist in der Kommunikation nur die eine Seite. Das Empfangen die andere. Das Senden von klaren und nachvollziehbaren Botschaften hilft natürlich enorm, das Verständnis beim Empfänger zu erhöhen. Es ist jedoch unmöglich, genau zu wissen, was der Empfänger schlussendlich versteht. Denn jeder Mensch assoziiert andere Bilder und Zusammenhänge mit einer Botschaft als der Absender. Das hat mit den Erfahrungen zu tun, die jeder Mensch in seinem Leben individuell macht. Stellen Sie sich ein Auto vor. Ich bin sicher, meine Vorstellung ist anders als Ihre. Die Farbe ist ja eine Sache. Aber ob es sich um einen ökologischen Zweisitzer handelt oder ein Familienauto, spielt unter Umständen schon eine Rolle. Und ein Auto ist ja noch nichts komplexes. Was stellen Sie sich unter «digitale Transformation in der Führung» vor? Eben.

Bestätigt ist nicht verstanden

Manchmal ist dem Absender seine Botschaft sehr wichtig. Für diese Fälle gibt es verschiedene Möglichkeit zu überprüfen, ob die Botschaft angekommen ist:

  • Lesebestätigung bei einem Mail anfordern
  • Die blauen Häkchen bei einer Whatsapp-Nachricht
  • Die Frage «Hast du das verstanden?»

Damit weiss der Absender jedoch nicht sehr viel mehr als vorher. Denn:

Gesagt ist nicht gehört,
gehört ist nicht verstanden,
verstanden ist nicht einverstanden,
einverstanden ist nicht behalten,
behalten ist nicht angewandt,
angewandt ist noch lange nicht beibehalten.

Konrad Lorenz, Verhaltensforscher (1903-1989)

Bei wichtigen Botschaften von Fach- und Führungskräften ist der Dialog zentral. Das braucht Zeit, die ich später wieder einhole, weil ich so Missverständnisse vermeide. Wenn ich mit meiner Botschaft beim Empfänger etwas auslösen will, das mir sehr wichtig ist, bleibt mir nichts anderes übrig, als mit dem Empfänger in einen Austausch zu treten:

  • Was hast du verstanden?
  • Was löst das bei dir aus?
  • Wie gehst du damit um?

Dies birgt die «Gefahr», dass der Empfänger meine Botschaft anders interpretiert, als es meine Absicht war. Dann bin ich herausgefordert, meine Absicht nochmals, anders, darzulegen. Eventuell führt dieser Dialog auch dazu, dass ich meine Absicht nochmals hinterfrage und anpasse. Die grösste Chance besteht jedoch darin, dass das Resultat ein besseres wird. Und das ist das Beste, was passieren kann.

Autor

Beat Kunz

Beat Kunz ist Organisations- und Kommunikationsberater. Im Blog berichtet er aus seiner vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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