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21.11.2018, Entwicklung von Organisationen

Führen in der Arbeitswelt 4.0

Wie hat sich Führung im digitalen Zeitalter verändert? Eine Studie der ZHAW gibt Antworten.

Digitalisierung macht Beziehungsorientierung wichtiger

Mit der Digitalisierung wird die Beziehungsorientierung in der Führung immer wichtiger.

Die Digitalisierung bestimmt unser Leben – privat wie beruflich. Auch Führungskräfte befassen sich intensiv mit Digitalisierung. Das erleben wir immer wieder bei unserer Arbeit. Wie sich die Digitalisierung auf die Führung auswirkt, hat das Institut für angewandte Psychologie (IAP) der ZHAW in einer Studie untersucht. Wie erleben und beurteilen Fach- und Führungspersonen in der Schweiz die Veränderungen, die die Digitalisierung bringt? Wie empfinden sie die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitswelt, in der Arbeitende selbst entscheiden können, wo, wann und wie viel sie arbeiten? Um diese Fragen zu beantworten hat das IAP mehr als 600 Personen befragt. Sie stammen zu einem Drittel aus KMUs und zu zwei Drittel aus Grossunternehmen.

Führen in der digitalen Welt

Wie wirkt sich die digitale Transformation auf die Führung aus? 

12% der Befragten sagen, dass sich die Führung im digitalen Zeitalter nicht gewandelt hat. Das ist zwar nur jede achte Führungsperson. Dennoch erscheint uns diese Zahl hoch, denn wir sind davon überzeugt, dass sich die Digitalisierung auf jeden Fall auch auf das Führen auswirkt.

Die Hälfte aller Befragten ist der Meinung, dass die Digitalisierung mehr Selbstführung nötig macht. Dieses Resultat deckt sich mit unseren Beobachtungen. Wir sehen immer mehr Teams und Abteilungen, die die traditionellen Hierarchiestrukturen überdenken oder sogar abschaffen. Die Auseinandersetzung mit Selbstorganisation oder Soziokratie ist angesichts dieser Entwicklung kaum verkehrt.

Ebenfalls knapp die Hälfte stellt fest, dass es mit der Digitalisierung mehr Führung auf räumliche Distanz braucht. Was wiederum mit dem Trend zu mehr Selbstführung zusammenhängt. Und ein beachtlicher Teil der Befragten gibt an, dass die Führung über Identifikation und Ziele zugenommen habe. Darum ist es so wichtig, dass Organisationen über ein Leitbild mit einer Vision, einer Mission und den Werten verfügen. An diesen Aussagen bildet sich die Identität einer Organisation heraus, an denen sich die Mitarbeitenden und die Führungskräfte orientieren.

Was ist wichtig in der Führung im digitalen Zeitalter?

Drei Viertel der Studienteilnehmenden denken, dass im digitalen Zeitalter ein Führungsverhalten, das sich an der Veränderung orientiert wichtiger geworden ist. Change Management ist somit ein bedeutender Teil von Führungsaufgaben. Immer wichtiger wird für mehr als die Hälfte der Befragten die Beziehungsorientierung. Das mag erstaunen in Zeiten, in denen der grösste Teil der Informationen per E-Mail übermittelt wird und die Arbeitskolleginnen und -kollegen an verschiedenen Standorten arbeiten und sich kaum mehr direkt begegnen. Doch ist eben genau dieser Umstand der Grund, warum Fach- und Führungskräfte der Gestaltung von Beziehungen einen höheren Stellenwert einräumen. Die Fähigkeit, Beziehungen zu gestalten, wird in Zukunft also einen bedeutend höheren Stellenwert haben. Damit einher geht der Rückgang von «Befehl und Kontrolle». Das zeigt sich auch darin, dass sich immer mehr Führungskräfte weniger als Vorgesetzte, sondern als Coach sehen.

Wir von crearium finden diese Entwicklung ungemein spannend und sind sehr an diesbezüglichem Austausch interessiert. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder melden Sie sich unverbindlich für einen crealog an.

Die Ergebnisse der Studie gibt es hier: https://www.zhaw.ch/de/psychologie/institute/iap/iap-studie/

Autor

Beat Kunz

Beat Kunz ist Organisations- und Kommunikationsberater. Im Blog berichtet er aus seiner vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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