08.08.2018, Entwicklung von Organisationen

«Kaderdialog»: einfach, aber wirkungsvoll

An unkomplizierten, freiwilligen Anlässen tauschen sich Kaderpersonen zu unternehmensspezifischen Themen aus und vernetzen sich.

Im «Kaderdialog» tauschen sich Fach- und Führungskräfte zu organisationsspezifischen Themen aus.

Ein Unternehmen aus der Mobilitätsbranche, das crearium in der Organisationsentwicklung und in der Kommunikationsarbeit unterstützt, sieht sich grossen Veränderungen in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Belangen ausgesetzt. Stichworte sind Digitalisierung, zunehmender Wettbewerb und steigende Kundenbedürfnisse. Um mit diesen Veränderungen umzugehen muss sich die Organisation ebenfalls verändern und beweglicher, einfacher und effizienter werden. Das Unternehmen hat erkannt, dass die Führungskräfte eine Schlüsselrolle spielen, um diese Veränderungen in der Organisation zu verankern. Damit sich die Führungskräfte nicht nur für sich selber Gedanken zu diesen Änderungen machen müssen, bietet das Unternehmen sogenannte «Kaderdialoge» an. Die Geschäftsleitung verfolgt mit diesen Veranstaltungen folgende Ziele:

  • Den Austausch zwischen den Führungskräften zu fördern
  • Gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung zu schaffen
  • Anlass für die gemeinschaftliche Auseinandersetzung mit unternehmensspezifischen Themen und Networking zu bieten

Weil wir (und die Teilnehmenden) diese Kaderdialoge eine gute Idee finden, stellen wir sie in diesem Blogbeitrag vor. Vielleicht bieten sie dem einen oder der anderen eine Anregung, etwas ähnliches durchzuführen.

Freiwillig und ohne Resultatzwang

Jede Veranstaltung leiten zwei Gastgeberinnen oder Gastgeber, die ebenfalls Kaderpersonen sind. Sie begrüssen rund 30 Kaderleute, die aus dem gesamten Unternehmen stammen und sich zu einem grossen Teil noch nicht kennen. Diese nehmen freiwillig teil und es gibt keine Vorgaben, dass dieser Anlass ein bestimmtes Resultat hervorbringen muss. Die Gruppe muss also nicht ein Problem lösen oder sich auf ein einheitliches Vorgehen einigen. Die Anlässe finden zu Randstunden oder über den Mittag statt, so dass sie den Betrieb nicht beeinträchtigen und die Kaderleute problemlos teilnehmen können. Im Zentrum steht die gemeinschaftliche Auseinandersetzung zu unternehmensspezifischen Themen.

Drei Stationen – drei Themen

Die Gastgeberinnen und Gastgeber begrüssen die Teilnehmenden und erklären den Ablauf. Es gibt drei Stationen, auf die sich die Teilnehmenden verteilen. Zwei davon haben ein vorgegebenes Gesprächsthema, bei der dritten bestimmen die Gruppen das Thema selber. Jede Gruppe diskutiert während 20 Minuten das Thema der jeweiligen Station. Anschliessend kommen alle zusammen, um ihre Erkenntnisse im Plenum darzulegen. Danach geht es zur nächsten Station – Plenum – dritte Station – Schlussplenum. Alles in allem eine sehr einfache Struktur, die wenig Material, Raum und Organisation benötigt.

Lebhafte Diskussionen, Vernetzung und Stimmungsbild

Trotz (oder vielleicht gerade wegen) der Einfachheit des Formats waren die Diskussionen an den drei Stationen sehr lebhaft. Zum Teil prallten auch unterschiedliche Ansichten aufeinander, die dennoch in einem angenehmen und kollegialem Ton besprochen wurden. Die Veranstaltungen brachten ganz konkreten Nutzen:

  • Durch die gezielte Auseinandersetzung mit Kolleginnen und Kollegen nahmen die Teilnehmenden viele Anregungen mit, die sie für die eigene Situation in der Führung und im Arbeitsalltag einsetzen können
  • Die Teilnehmenden vernetzten sich, was in einem grossen Unternehmen nicht unterschätzt werden sollte. Es ist immer hilfreich, wenn ich jemanden aus einem anderen Bereich kenne, den ich um eine Auskunft bitten kann.
  • HR und die Geschäftsleitung erhielten durch die strukturierte Rückmeldung der Gastgeberinnen und Gastgeber ein Stimmungsbild der Führungskräfte, wo im Unternehmen der Schuh drückt.

Welche organisationsinterne Austauschgefässe kennen Sie? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Ich bin gespannt auf Ihre Beiträge und freue mich, wenn wir uns dazu austauschen.

Autor

Beat Kunz

Beat Kunz ist Organisations- und Kommunikationsberater. Im Blog berichtet er aus seiner vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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