06.01.2021

Eine Gebrauchsanweisung über sich selber verfassen

Wie die Übung «Kompass» für sich und auch für ein Team Orientierung erzeugt.

Kompass

Die Übung «Kompass» erzeugt für sich und auch für ein Team Orientierung.

Auf dem Weg in die Ferien vertiefte ich mich in ein Magazin. Darin gab es den Artikel «Schreiben Sie eine Gebrauchsanweisung über sich selber». Er wies auf liebevolle Weise darauf hin, dass bei jedem Kauf einer neuen Maschine eine Betriebsanleitung mitgeliefert wird. Wenn wir aber neu zu einem Team dazustossen, gibt es das nicht. Wir berichten oft über unseren Lebenslauf. Also, was wir bisher gemacht machen. Das sagt zwar auch schon etwas über uns aus. Aber eigentlich ist es viel spannender zu erfahren, wie eine Person tickt, was sie braucht, um gut zusammenarbeiten zu können oder auch, was sie bewegt. Oder auch, welches die optimale Betriebstemperatur ist. Vor kurzem habe ich dazu in einem neu zusammengestellten Team die Übung «Kompass» gemacht. Wie die Übung geht und wie dabei vielleicht eine «Gebrauchsanweisung» entsteht, davon handelt dieser Blogbeitrag.

Kompass – eine Orientierungshilfe für mich selber

In dieser Übung wird die Arbeitswelt anhand von zwei Dimensionen betrachtet: einerseits die fachliche Arbeit, also mein Wertbeitrag in der Wertschöpfung. Und andererseits die Gruppe oder das Team als Ganzes. Anhand der Fragen überlege ich mir selber in der Dimension der Arbeit: Was brauche ich, damit mich die Arbeit erfüllt? Das kann zum Beispiel sein: Immer wieder neue Lernmöglichkeiten erhalten oder die Möglichkeit, etwas richtig tief zu durchdenken. Dabei geht es wirklich um die Essenz, das sind vielleicht ein bis zwei Bedürfnisse. Anschliessend folge ich dem Ring nach aussen und überlege mir, was ich bei der Arbeit zur Verfügung stelle, wenn meine Bedürfnisse erfüllt sind. Auch hier maximal ein bis zwei Punkte. Der Schritt im nächsten Kreis ist die Überlegung: Und wie wirkt es sich aus, wenn meine Bedürfnisse nicht erfüllt sind? Werde ich dann unmotiviert, apathisch oder unkonzentriert? Die letzte Frage bei der Arbeit bezieht sich auf Druck. Wie wirkt es sich aus, wenn ich Druck habe? Von mir selber oder von aussen. Auch hier geht es um die Essenz. Werde ich eher kurz angebunden oder verliere ich den Überblick? Die genau gleichen Fragen stelle ich mir nun auch für die Dimension Gruppe. Was brauche ich von einer neuen Gruppe oder dem neuen Team? Diese Fragen ermöglichen mir in der Einzelarbeit einige Selbsterkenntnisse.

Eine Team- oder Gruppenübung

Diese Übung ist auch spannend in der Gruppe oder im Team, im gemeinsamen Austausch. Dazu füllt jede und jeder für sich zuerst den Kompass aus. Anschliessend erzählt jede und jeder den anderen Personen vom eigenen Kompass. Dabei helfen eine ruhige Atmosphäre und aktives Zuhören. Gerade in neu zusammengesetzten Teams ermöglicht diese Übung in sehr kurzer Zeit tiefe und persönliche Einsichten über die Zusammenarbeit. Es ist sehr hilfreich, voneinander zu wissen, wie die Kollegen und Kolleginnen unter Druck reagieren. Das hilft mir in der Verortung gewisser Verhaltensweisen und ich kann aktiv meine Hilfe anbieten.

Wer diese Übung ausprobiert, gewinnt einige Erkenntnisse über sich selber und über andere. Und das ist doch ein schöner Start ins neue Jahr! crearium wünscht allen ein Jahr mit vielen persönlichen Erkenntnissen!

Autor

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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