28.02.2016, Interkulturelle Entwicklung

Bericht aus meiner Dozententätigkeit

Was Studierende aus dem Unterricht mitnehmen und was sie von der Vorlesung halten.

Es ist mir immer wieder eine Freude, über interkulturelle und transkulturelle Kompetenz zu dozieren. Auch in diesem Jahr durfte ich mit den Studierenden der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Life Sciences and Facility Management in Wädenswil, zusammenarbeiten.

Die Studierenden im Bachelor-Lehrgang Lebensmitteltechnologie sind zwischen 22 und 35 Jahre alt. Sie haben vor dem Studium eine Lehre als BäckerIn, KonditorIn, MetzgerIn, ChemielaborantIn oder BrauerIn inklusive Berufsmatura absolviert oder sind über die Matura direkt in das Studium eingestiegen. Ihre späteren Tätigkeitsfelder liegen in den Bereichen Produktion, Forschung und Entwicklung.

Im Unterricht sind mir nebst der Vermittlung von theoretischem Wissen anhand von Modellen auch die Selbsterfahrung und die Praxis sehr wichtig. Nach der theoretischen Einführung habe ich gleich einige Wahrnehmungsexperimente durchgeführt. Die Resultate haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr verblüfft. Aus meinem Beratungsalltag verwendete ich Fallbeispiele, die die Studierenden durcharbeiteten und die wir am Schluss gemeinsam besprachen. Im Vergleich zu den letzten fünf Unterrichtsjahren habe ich festgestellt, dass das Miteinander in einer kulturellen Durchmischung selbstverständlicher und etwas unverkrampfter geworden ist. Für mich eine sehr erfreuliche Entwicklung!

Eine Studentin hat mir am Schluss der Vorlesung folgendes Kompliment gemacht: "Jetzt weiss ich, was interkulturelle Kompetenz heisst und wie wichtig das für meine berufliche Laufbahn ist."

Hier lesen Sie weitere Statements der Studierenden:

„Aus dem Experiment ist mir klar geworden, wie schnell ich interpretiere und dabei Leute in eine Schublade stecke."

„Objektiv zu beobachten ist unglaublich anstrengend und schwierig!“

„Mir ist klar geworden, dass ich in Zukunft Menschen weniger nach ihrer Kultur beurteilen will, sondern mehr nach ihrem Verhalten. Die identischen Fallbeispiele mit je einer Schweizerin und einer Migrantin in der Führungsrolle haben mir klar gemacht, dass ich anders interpretiere und reagiere, sobald andere Kulturen im Spiel sind.“

„Die Fallbeispiele gaben mir sehr viele Anregungen für meine eigene Führungsarbeit in der Produktion.“

„Weniger ist manchmal mehr. Bevor ich das nächste Mal sofort reagiere, versuche ich genauer hinzuschauen und zu verstehen.“

„Mir war bis jetzt nicht klar, dass Kultur so komplex ist!“

Autor

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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