30.12.2015, Interkulturelle Entwicklung

Aus dem Kundenalltag: wie interkulturelle Zusammenarbeit funktionieren kann

crearium stellt zwei Faktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit vor.

Vor kurzem durfte ich ein zwanzigköpfiges IT Team in einem zweitätigen Workshop begleiten. In naher Zukunft steht ein lang geplanter Systemwechsel für die gesamte Organisation an und dieses IT Team wird für alle Standorte in der Schweiz die Ablösung vollziehen und begleiten. Der Wechsel hat für die gesamte Organisation weitreichende Konsequenzen mit Prozess- und Aufgabenanpassungen. Die Herausforderung ist beachtlich. Das Ziel des Workshops war, diese Herausforderung vorzubereiten.

Heterogenität als Stärke

Besonders beachtlich an diesem Team war die Heterogenität. Die Gruppe ist altersmässig durchmischt und die Personen haben unterschiedlichste kulturelle Hintergründe. Beim gemeinsamen Nachtessen landeten wir per Zufall beim Thema Religion und bemerkten, dass von den vier mitdiskutierenden Personen drei verschiedene Religionen aufwiesen. Wir diskutierten die Unterschiede und wie wir unsere Religion oder Nicht-Religion im beruflichen Alltag praktizierten. Die Diskussion erlebte ich in einer so grossen Offenheit, dass ich mir erlaubte nachzufragen, wie es das Team geschafft hat, sich eine so offene und wertschätzende Teamkultur gegenüber Religionen zu bilden. Drei verdutzte Personen haben mich nach dieser Frage angeschaut und haben geantwortet: „Das ist doch normal, jeder soll doch so leben wie er will, das stört mich ja in meiner Arbeit nicht.“ Diese Aussage bestätigte mich in meiner These, dass die Wertschätzung der Individualität ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche, interkulturelle Zusammenarbeit ist.

Kollektive Identität

Einen weiteren Faktor habe ich in den zwei Workshoptagen erlebt: kollektive Identität. Dieses Team hat es nebst der eigenen individuellen Ausrichtung geschafft, als Gruppe und als Dienstleister im Unternehmen eine kollektive Identität und Position zu finden. Gerade für die nahende Herausforderung ist diese Ausrichtung enorm hilfreich und kann als Stärke eingesetzt werden. Dadurch werden Ressourcen nicht unnötig in der Abstimmung oder in Machtkämpfen verschwendet und das Team tritt als starke Einheit auf.

Ich gratuliere dem Team für diese Teamkultur und wünschte mir, dass es noch viele Organisationen gibt, die sich davon anstecken lassen.

Autor

Luzia Anliker

Luzia Anliker ist Beraterin und Coach. Im Blog berichtet sie aus ihrer langjährigen und vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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