16.10.2019

Agilität in Schweizer Unternehmen

Das IAP hat untersucht, wie Schweizer Unternehmen Agilität leben.

Agilität

Das IAP hat Agilität in Schweizer Unternehmen untersucht.

Der Trend hin zu mehr Agilität ist spürbar. Wir selber sehen das in vielen Organisationen, mit denen wir zu tun haben. Zahlreiche Unternehmen leiten eine agile Transformation ein: in Projekten, auf Team- und Abteilungsstufe oder gar als gesamtes Unternehmen. Eine Studie des Instituts für Angewandte Psychologie (IAP) zur Entwicklung von Agilität in der Schweiz hat unsere Aufmerksamkeit erregt. Dies sind unsere Erkenntnisse aus dieser Studie.

Unterschiedliche Bedeutung

Eine erste, nicht überraschende Erkenntnis der Studie ist, dass die befragten Unternehmen den Begriff Agilität sehr unterschiedlich definieren. Agilität stellt für eine grössere Anzahl der Teilnehmenden allgemein die «unternehmerische Fähigkeit, schnell und flexibel auf Unvorhergesehenes zu reagieren» dar. Auf Rang 2 folgt, dass Agilität ein Buzzword ist und es keine klare Deutung davon gibt. Weiter bezeichnen die Unternehmen Agilität entweder als Arbeitsmethode (wie SCRUM, Kanban, DevOps und Design Thinking) oder als Organisationsform. Dazu gehören der Abbau von Hierarchien sowie die Neustrukturierung und Anpassung von Rollen, Funktionen und Zuständigkeiten.

Treiber und Erfolgsfaktoren für die Einführung von Agilität in Unternehmen

Die Gründe für die Einführung agiler Arbeits- und Organisationsformen sind

  • die hohe Anpassungsfähigkeit der Dienstleistungen dank starker Kundenfokussierung
  • die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber
  • der flexiblere Umgang mit der zunehmenden Komplexität in der Wirtschaftswelt

Gemäss der Studie sind die Etablierung einer positiven Fehlerkultur und einer lernenden Organisation zentral. Mitarbeitende müssen sich bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen beteiligen können. Und das Top Management muss als Vorbild fungieren. Widerstände sind nicht als Störung aufzufassen, sondern als Chance zur Optimierung und Diskussion.

Fazit der Studie

Die Studie kommt zum Schluss, dass Agilität nicht «anything goes» und völlige Autonomie bei der Gestaltung von Arbeit bedeutet. Im Gegenteil. Agilität bedingt strukturierte Prozesse und klare Kommunikation. Diese entstehen jedoch nicht ausschliesslich top down, sondern unter Beteiligung der relevanten Stellen. Die Studie empfiehlt, das Vorhaben Agilität von Beginn weg professionell begleiten zu lassen und alle Ebenen der Organisation bei der Prozessgestaltung zu beteiligen. Wie erleben Sie Agilität in Ihrer Organisation?

Link zur Studie «Agile Arbeits- und Organisationsformen in der Schweiz»

Autor

Beat Kunz

Beat Kunz ist Organisations- und Kommunikationsberater. Im Blog berichtet er aus seiner vielfältigen Tätigkeit bei crearium.

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